Montag, 10. Oktober 2016

6. Rundbrief



Plötzlich Mutter von zwölf Kindern

Natascha Friesen Fotografie
Wie mag es wohl sein, plötzlich Mutter zu sein? Was muss einen bei dem Gedanken durch den Kopf gehen? Welche Emotionen gehen bei einem durch? Ein Leben lang trägt man für niemanden mehr, als sich selbst, die Verantwortung. Was aber, wenn du plötzlich Verantwortung für Andere tragen musst? Was, wenn du plötzlich dein ganzes Besitztum teilen musst? Wie ist es wohl, wenn man sich nicht nach Lust und Laune zurückziehen kann, sondern sich nach jemand Anderes richten muss?

Nun stellt sich mir diese Möglichkeit, dieses Experiment auszuprobieren. Aber anders als gewöhnlich werde ich nicht Mutter von Zwillingen, Drillingen oder gar Vierlingen. Nein! Ganze zwölf Kinder werden mir in den Weg gelegt. Zwölf Kinder, die viel Aufmerksamkeit benötigen. Kinder, die voller Aufgewecktheit strotzen. Kinder, die ein gewisses Temperament mit sich tragen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: „Wie kommt es zu diesem Vergnügen?“  Nun, die eigentliche Tagesmutter muss für einige Tage nach Lilongwe (Malawis Hauptstadt), wo eine mehrtägige Hochzeit stattfindet.  Was nun für mich bedeuten würde, dass ich von Freitag bis Dienstag, die Ansprechpartnerin bin. Fünf volle Tage als unerfahrene Mutter:

Ich betrete das Mädchenkinderhaus. Mit dem Eintritt wird mir bewusst, welcher Herausforderung ich mich im Moment stelle. Schon fängt das Geschreie an: „Amayi Nathale!“ („Mama Natalie“). Die Kinder rennen auf mich zu, klammern und umarmen mich. „Einen Moment mal! Bitte was? Ich bin doch Natalie, eure Freundin“, denke ich mir nur. Scheint als würde den Kindern dieser Rollenwechsel gefallen. Ich wache aus meiner Gedankenwelt auf und mache mir bewusst, dass ich jetzt Mama bin. Ich frage mich nur, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin. Diese Gedanken lösen bei mir etwas Aufregung aus. „Nathale, tabwera!“, (Natalie, komm her!) sagt Agnes (Name geändert, 7 Jahre). Plötzlich stubst Michelle (Name geändert, 4 Jahre) Agnes an und schimpft: „Hey. Sie heißt nicht Natalie. Das ist jetzt Amayi Nathale. Sag sofort Amayi Nathale zu ihr!“ Agnes korrigiert sich daraufhin etwas verlegen. -Oh je, eigentlich wollte ich nur als Natalie, ihrer Freundin, kommen. Doch die Kids haben da ganz andere Erwartungen. 

Die eigentliche Tagesmutter hat mir freundlicherweise ihr Zimmer überlassen. Mit mir schläft Hope (Name geändert), die 3 Jahre alt ist. Sie hat AIDS und deshalb versorge ich sie nun morgens und abends mit Medikamenten. Michelle bekommt auch Medikamente von mir, weil sie momentan eine Blasenentzündung hat. Daher kann sie ihre Blase nicht kontrollieren und nässt sich immer wieder ein. 

Große Freude bei der Belohnung einen Film zu schauen
Die Zeit vergeht und es wird zu Abend gegessen. Bevor es zu Bett geht, muss alles gefegt und weggeräumt sein. Die Kinder müssen die Zähne putzen, Füße waschen und ihre Schlafanzüge anziehen. Die Kleinsten schaffen es natürlich nicht alleine und ich muss helfen. Als Ansporn erwähne ich, dass wir, wenn alles fertig ist,  mit meinem Notebook einen Film gucken. Da ist die Motivation direkt ganz hoch. Zum Abendessen gibt es Fisch. Ganz malawisch wird mit Händen und auf dem Boden gegessen. Statt Knochenreste auf die Seite des Tellers zu legen, legen die Kinder alles auf dem Boden. Schon alleine wie sie essen: KATASTROPHE! Das halbe Essen liegt auf dem Boden. Statt ihren Kopf zum Teller zu neigen, geht auf dem Weg zum Mund, die Hälfte verloren. Ich habe das Gefühl auf einen Komposthaufen zu sitzen. Kreten, hier ein Fischkopf und dort ein Auge. Ich fasse mir nur an meinem Kopf und bin froh, dass das nicht mein Haus ist. Meine Mutter hätte wahrscheinlich die Krise bekommen und hätte einen Großputz veranstaltet. Beim Fegen, von eines unserer älteren Kindern, bleibt die Hälfte liegen. Nach allen Strapazen schauen wir am Ende des Tages einen Film und ich falle völlig erschöpft in mein Bett.



Beauty Abend
Am nächsten Morgen wachen alle natürlich ganz früh auf. Hope hat sich natürlich eingenässt, was für mich heißt: Unterhose, Schlafanzug und Bettwäsche waschen. Und das alles mit der Hand. Den Tag über spiele ich viel mit den Kindern. Ich bringe ihnen „Hau den Lukas“ bei, was zum absoluten High Light des Tages wird. Sie spielen es stundenlang. Abends veranstalte ich einen Beauty Abend und lackiere ihre Nägel, damit sie am Sonntag zum Gottesdienst gut aussehen. Nebenbei mache ich Chichewa Musik an. –Entspanntes Zuhören nationaler Lieder geht wahrscheinlich nur in Europa. Einfach nur sitzen und Musik hören geht da ganz schlecht. Es muss getanzt werden! Die Kinder haben Spaß und tanzen bis in den Abend, bis sie dann zufrieden und etwas verschwitzt ins Bett fallen. 


Bloß nicht Auffallen

Natascha Friesen Fotografie
Am nächsten Morgen wecke ich alle, damit wir gemeinsam zum Gottesdienst gehen können. Bei der Kleidungsauswahl bekomme ich fast die Krise. Die Mädchen haben kaum was anzuziehen. Alles ist dreckig! Es wurde am Vortag lieber die Wäsche der Jungs gewaschen, statt ihre dreckige Kleidung zu waschen. (Die Jungs boten ihnen 50 Kwatcha (ca. 6 Cent) an, was für „meine“ Mädchen viel interessanter schien, als die eigene Kleidung zu säubern. -In Malawi ist es üblich, dass Kinder von klein auf lernen, ihre Kleidung selbst zu waschen). So stehe ich da. So viele Kinder, aber die schönsten Sachen sind dreckig. Dabei wollte ich alle fein anziehen. Ich wollte stolz auf die kleinen MALO A MCHEREZO Damen sein. Nun ja, nun musste ich mit dem auskommen, wie es ist. Ich gebe das Beste. Ich hole alles aus der Trickkiste raus, was geht. Ich beherzige alle Stylingtipps. Doch das scheint trotzdem nicht genug zu sein. Die Farben passen nicht, die Schuhe passen nicht und die Kleidung sieht aus, als käme sie aus der schlechtesten „Bad Taste Party“ des Jahres.  Manche sehen teilweise wie Clowns aus. Ich schaue sie mir an und kann nicht anders als ganz laut zu lachen.

Neue Bonbongeschmacksrichtung
Die perfekte- imperfekte Familie! Genauso liebe ich es. Wir machen uns also nach einer zwanzig minütiger Verspätung auf dem Weg zur Kirche. Wie könnte es auch anders sein? Wir kommen während den Gottesdienst an. Bloß nicht zu viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen! Ganz leise reingehen und am Besten in die letzten Reihen setzen. Blöd nur, dass wir während einer Ansage reinkommen, ich mit zwölf Kindern den Raum betrete, ich dummerweise die einzige Weiße unter der riesen Menschenmenge bin und meine Mädchen zufällig in den ersten Reihen sitzen wollen. „Natalie. Bleib ganz unauffällig. Bloß nicht auffallen!“, sage ich mir immer wieder. Naja, irgendwie gelingt das nicht ganz. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Dann ruft mich der Leiter auf, damit ich Grüße weitergebe. War ja klar, dass ich nicht aus der Kirche gehen kann, ohne etwas gesagt zu haben. Also stehe ich auf, beuge mich leicht vor der Menschenmasse und gehe ihrer Erwartung nach. Am Ende meiner Grußansprache setze ich mich wieder hin und versuche mich nicht viel zu bewegen. Bloß nicht auffallen. Am besten gar nicht Atmen! Nach und nach kommen mehr Waisenkinder aus unserem Projekt rein und setzen sich zu mir. Sie sind unruhig und laufen hin und her. Ich sorge für Ruhe. Agnes spielt mit zwei Bonbons und sorgt für viel Unruhe. Ich nehme die Bonbons in meine Hand und was ist drinnen?- Genau! Steine. Als Reaktion von ihr bekomme ich wieder ihr weltberühmtes, großes Grinsen zurück. 

Ich schaue kurz nach rechts und sehe ein Kind von der Betonbank fallen. Er schreit und weint fürchterlich. Eine Amayi hebt ihn auf und fragt, wem das Kind gehört. Ich schaue mir das Kind näher an. Oh nein, es ist eines unserer Kinder. So, nun ist es absolut Schluss mit der Unauffälligkeit. Nun habe ich alle Aufmerksamkeit auf mir. Personen, denen ich bisher nicht auffiel, jetzt ist der besagte Moment gekommen: Hier bin ich! Nun trage ich das schreiend, weinende Kind nach draußen. Dort schaue ich, ob was passiert ist. Eine Schramme? Kratzer? –Nein, nicht wirklich. Das war anscheinend nur der Schock. Ich nehme ihn in meinen Arm und tröste ihn. Ich versuche ihn abzulenken und spiele mit ihm. Irgendwann lacht er auch schon und will wieder zurück zum Gottesdienst.
Nach einiger Zeit, während der Predigt, tippt mich Michelle an. Sie zeigt mit ihrem Finger auf eine Pfütze am Betonboden unter ihren Füßen. „Oh je, bitte lass es nicht das sein, was ich befürchte.“ Tatsächlich! Michelle hat sich, dank ihrer Blasenentzündung, eingenässt. Nicht nur irgendwo. Nein. Sie hat sich mitten im Gottesdienstsaal eingenässt. Direkt neben ihrer Sitzbank, mitten unter der riesen Menschenversammlung. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, was einen da durch den Kopf schießt? „Was soll ich jetzt bloß machen? Soll ich einen Lappen aufsuchen und wischen? Wo kriege ich in Afrika einen Lappen her? Bloß keine Panik!  –Wahrscheinlich muss ich mit Laubblättern säubern.“ Ich meine, es ist ja nicht genug was bisher geschah und man als „Ausländer“ schon genug Aufmerksamkeit auf ich zieht. Also beschließe ich mich, das nach dem Gottesdienst zu säubern. Michelle ist relativ trocken geblieben. Dann kommt Comfort mit einem Wassereis rein. Ich frage mich natürlich wo er sowas her hat. In seiner Großzügigkeit teilt er es mit den anderen Kindern. Das Eis ist glitschig. Jetzt passiert das Unfassbare. Etwas, was nicht einmal dem größten Tollpatsch unserer Gesellschaft im Alltag passiert. Das Wassereisstück rutscht Comfort aus der Hand. Nicht irgendein Wasserstück, sondern SEIN Wassereisstück. Und es fällt nicht nur auf dem Boden. Nein! Es fällt ausgerechnet in Michelles Urinpfütze. Stellt euch eine Szene in Zeitlupengeschwindigkeit vor, indem ihr versucht etwas zu verhindern, es dennoch nicht gelingt. -So eine Situation war das. Nun liegt das leckere Eis in der Pfütze. Um es etwas präziser zu beschreiben. Es liegt in der Urinpfütze! Da ist er noch so freundlich und teilt und dann passiert sowas. Ich sage ihm, er solle das Eis liegen lassen, weil das Urin ist. Er bekomme später ein Neues. Comfort denkt natürlich, dass ich Scherze mache und greift, trotz meines strengen Verbots, in die Pfütze nach dem Eis. Er nimmt es … und…  lutscht dran. Wisst ihr was? Ich gerate in Starre und halte kurz mein Atem an. Ich kann in diesem Moment rein gar nichts an dieser Situation ändern. Versuch mal ein afrikanisches Kind zu erklären, dass er ein „nur hingefallenes“ Eis nicht essen darf. Das bringt absolut nichts und löst bei jedem Kind auf Unverständnis. Man kann, laut ihrer Meinung, alles essen. Insbesondere wenn es was Süßes ist. Nun lutscht er dran und verzieht keine Mime. Er scheint wohl von dem beigefügten Nebengeschmack nichts zu merken. Mich überkommt etwas Ekel und ich erinnere mich, was ich alles in meiner Kindheit gegessen habe: Würmer, Erde, Sand...  –Nun ist es zu spät. Er hat weder was geahnt, noch was geschmeckt. Und wisst ihr was? Er denkt bis heute, ich sei der größte Scherzkeks.

Wieder Zuhause angekommen, essen wir was und ich setze das Kleidungswaschen am Brunnen fort. Vorbeigehende malawische Passanten gehen nicht vorüber, ohne etwas gesagt zu haben. Sie schauen, ob ich bloß alles richtig mache. Wahrscheinlich haben sie noch nie eine Weiße gesehen, die mit der Hand Wäsche wäscht. Manche stehen von Anfang bis Ende da, um mir dabei zuzugucken, mit mir zu reden oder mir Verbesserungsvorschläge zu geben.  Sowas kriegen sie wohl so schnell nicht wieder zu Gesicht.

Natascha Friesen Fotografie
Abends nehme ich Toni (Name geändert, 2 Jahre) zu mir. Zusammen schauen wir uns ein Bilderbuch an. Toni redet nicht so viel. Ein Thema, bei dem er aber vollkommen aufblüht, sind „Hunde“. Er liebt es so sehr über Hunde zu reden. Wenn man mit ihm zusammensitzt und er nicht weiß, was er reden soll, tippt er einen an, zeigt in irgendeine Richtung und ruft völlig überrascht: „Oooona! Ona! Ku galu.“ („Guck mal. Schau. Ein Hund!“) Er geht vollkommen auf und seine Augen weiten sich. Wenn man jedoch in die Richtung schaut, bemerkt man ganz schnell, dass da gar nichts ist. Absolute Leere. –Das war wohl mal wieder ein Ablenkungsmanöver von der Stille. Selbst im Bilderbuch meint er: die Kuh, das Huhn, die Maus und das Rind seien Hunde. Alles was vier Beine hat, sind Hunde! Ganz logisch. :D

Die nächsten Morgen bin ich bereits um 5 Uhr wach, um die Kinder zu wecken. Es geht zur Schule. -Zwischendurch scherze ich mit ihnen, wir spielen Verstecken und Fangen zusammen, ich erzähle ihnen am Abend Geschichten, manchmal drücke ich ein Auge zu und sie dürfen etwas länger auf bleiben, wir tanzen zusammen, räumen auf, quatschen viel und lachen zusammen. Wir sind wie eine kleine Familie. Am letzten Tag räume ich das Haus auf, um alles sauber zu hinterlassen. Die Kinder sind bereits in der Schule. Ich verabschiede mich von Magret (Name geändert, ältestes Kind und bereits fertig mit der Schule). „Natalie, du gehst schon?“, fragt sie. „Es war so schön mit dir. Wir haben es alle geliebt, dass du hier bist. Es ist so schön allein deine Stimme hier in diesem Haus zu hören. Du kannst jetzt nicht gehen. Zieh bitte hier ein und wohne mit uns“, meint sie. Ich war sichtlich gerührt von diesen Worten. Ein Abgang hätte nicht besser enden können.

Abschied nehmen

Die Tage bis zu meinem Abflugdatum rücken immer näher. Verabschiedung wird immer präsenter. Ich kann langsam keinen klaren Gedanken fassen. Alles dreht sich nur noch um „Abschied nehmen“.  Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf. Ich kann nicht schlafen und mache mir ständig Gedanken über mein neues, altes Leben in Deutschland.
Ich genieße die letzten Momente. Jede Minute. Jede Sekunde. Ich möchte lernen. Ich möchte verändern.  Ich möchte mitnehmen.  Ich möchte wandeln. 

Am letzten Tag fragt mich ein Kind: „Nathale. Was wird die Regierung in Deutschland machen, wenn du doch länger bleibst? Wird sie hier her fliegen, dich suchen und verhaften?“ –Kurze Stille- „Keine Sorge. Ich werde dich dann auch verstecken!“ Ist dieses kindliche Denken nicht süß? Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und gleichzeitig hat es mich traurig gemacht. Ich wusste, dass ich an meinem Abflugdatum nichts ändern kann. Wie gerne würde ich für eine längere Zeit bleiben?
Die letzte Zeit ist sehr intensiv und ich nehme die Zeit bewusster wahr. Jedes Lächeln speicher ich in meinem Gedächtnis. Jedes Wort verschließe ich ganz fest in mir. Jede Umarmung ist wie Balsam für meine Seele. Jeder Blick verschafft mir mehr Einblick in ihr Wesen. Jede Träne zeigt mir Ausdrucke ihres Herzens. Etwas in mir gibt mir jedoch tiefe Ruhe. -Die Gewissheit, dass an diesem Ort, irgendwann, ein Wiedersehen stattfinden wird.

Wieder zurück in Deutschland

Ein Jahr in einer völlig anderen Welt. Eine Welt; einer anderen Kultur, anderen Menschen, einer anderen Lebenseinstellung und einer anderen Denkweise.
Hier in Deutschland angekommen,  verfällt man ganz schnell in das alte Muster und dass, ohne es direkt zu merken. Ich gehe raus und die Straßen sind wie leer gefegt. Wo sind die Kinder? Wo sind die Menschen? Wo ist Deutschland? –Gefangen in einer Medienwelt, die sich Zuhause abspielt? Gefangen in Anforderungen der Gesellschaft? Gefangen im Leistungsdruck der Schule oder der Arbeitsstelle? Als wäre die Menschheit in Gebäuden gefangen genommen worden. Thomas Merton sagte einmal: „Es gibt eine weitverbreitete, moderne Form der Gewalt … Aktivismus und Überarbeitung. Die Eile und der Druck des modernen Lebens sind eine Form – vielleicht die häufigste Form – seiner angeborenen Gewalt. Sich selbst zu erlauben, von einer Vielzahl gegensätzlicher Interessen fortgerissen zu werden, sich zu vielen Anforderungen zu unterwerfen, sich zu zu vielen Aufgaben zu verpflichten, bedeutet, der Gewalt zu erliegen … Sie tötet die innere Wurzel der Weisheit, die Arbeit fruchtbar macht.“
Interessante Worte! Lieber Leser, ich möchte dich dazu ermutigen, über diese Worte nachzudenken. Auch wenn Afrika materiell und wirtschaftlich weit hinter uns liegt, können wir doch einiges von dieser Lebenseinstellung lernen. Da muss es doch mehr geben, als dieses Leben, das wir tagtäglich leben. Mehr als Ansehen. Mehr als pausenloses Gehetzte. Mehr als das nach außen scheinende „perfekte“ Leben. Ist es nicht traurig, dass wir stundenlang vor dem Fernseher sitzen und das Leben einiger Schauspieler mitfiebern? Es scheint so, als würden wir das Leben eines Fremden leben und dabei unser Leben vergessen. Geh raus und entdecke. Entdecke die Vielfalt des Lebens. Es gibt noch so viel mehr! Corrie ten Boom sagte mal: „Unser Leben hier auf der Erde ist nur die erste Seite des Buches, nicht die Letzte.“  Wunderschöne Worte einer weisen Frau. Lasst uns nicht nur eine tolle erste Seite schreiben, etwas, worauf wir gerne zurück blicken; sondern mache dir bewusst, dass es noch mehr gibt. Etwas, was dich erfüllt. Etwas, was dir sinnerfüllte Zufriedenheit geben kann. Etwas, was das Leben lebenswert macht.
Was machst du daraus?

Mit diesen Worten komme ich langsam zum Ende. Du hast gerade meinen letzten Blogeintrag gelesen. Ich hoffe, ich konnte dir das Leben in Malawi etwas näher bringen und du hattest Freude am Lesen. Danke für dein Interesse und vielen Dank für deine Unterstützung. Und an dieser Stelle möchte ich Gott dafür danken, dass er mich durch diese Erfahrungen und Erlebnisse so reich beschenkt hat.

Eure Natalie

Natascha Friesen Fotografie

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