Sonntag, 6. September 2015

Vorwort




Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Natalie. Mein neues zu Hause für das folgende Jahr ist Malawi. Malawi ist eines der ärmsten Länder auf der Welt und dementsprechend ist hier Armut, Prostitution  und Korruption Alltag. Im Folgenden möchte ich euch einen Einblick geben und euch berichten, was ich mache und was ich erlebe. Aber lasst mich etwas zu meiner Person sagen. Als ich klein war habe ich zu meiner Mutter gesagt: „Mama, wenn ich groß bin, werde ich den Kindern in Afrika helfen.“ Dieser Wunsch in meinem Herzen hat mich nie losgelassen. Dieser Gedanke war immer präsent in meinem Leben und hat sich in mich eingebrannt. Als ich 19 Jahre alt war, hatte ich die Möglichkeit, für einige Monate nach Malawi zu gehen, um dort in einem Waisenhaus tätig zu sein. Ich habe in Deutschland alles stehen und liegen gelassen und bin in den Flieger gestiegen. Angekommen bin ich in einer völlig anderen Welt. Eine Welt, die man normalerweise nur aus Filmen oder Bildern kennt. Die Zeit in Afrika hat mein Leben absolut geprägt und es hat meine Einstellungen in Bezug auf das Leben vollkommen verändert. Ich habe verstanden, dass es 1000 wichtigere Dinge gibt, als das was einen vorgelebt wird und was man eingetrichtert bekommt. Karriere, Geld und Erfolg prägen das Leben vieler Menschen und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch danach gestrebt habe. Etwas zu sein und viel zu erreichen, sodass man stolz auf sich sein kann. In Malawi musste ich jedoch was ganz anderes feststellen. Die Menschen hier leben teilweise in Dreck, ohne vernünftiges Essen, schlafen auf einer Strohmatte, leben in herabgekommenen „Häusern“ und basteln sich ihr Spielzeug aus Erde. Und wisst ihr was? Sie sind trotz all dem zufrieden und glücklich. Glücklicher als einige Menschen in Deutschland.
Ich kam zurück nach Deutschland um erst einmal meine Ausbildung in Deutschland fertig zu machen. Ich wusste trotzdem: Ich komme definitiv zurück! Ich habe es schließlich „meinen“ Kindern aus dem Waisenhaus versprochen. Angekommen in Deutschland bin ich erst mal in ein tiefes Loch gefallen. Um mich herum so viele unzufriedene Menschen und die Gesichter in die man sieht, die leer sind.  Man wächst in dieser Gesellschaft auf und es ist für einen normal. Das erste Mal habe ich die Welt um mich herum mit anderen Augen betrachtet und war traurig zu sehen, wie unglücklich einige Menschen sind. Ich habe das Riesenhaus meiner Familie gesehen, indem ich lebe, die großen Räume, das Essen auf dem Tisch, eine Toilette die man ganz selbstverständlich benutzt, mein riesen Kleiderschrank, meine vielen Schuhe… Ich musste weinen. Wir haben so viel. Wir leben im absoluten Luxus und wir sind uns dessen nicht bewusst.
In  Deutschland habe ich gelernt mit wenigen Dingen zufrieden zu sein. Ich habe gelernt auf viele Dinge zu verzichten und zu gucken was wichtiger ist. Ich hatte ein Ziel vor Augen: alles Geld was ich habe zu sparen und wieder zurück zu meinen wundervollen Waisenkindern zu fliegen. Ich weiß heute 100 Prozent, dass der Wunsch in meinem Herzen den Menschen hier vor Ort zu helfen, nicht mein eigener Wunsch ist. Es ist ein Wunsch, den mir Gott seid klein auf ins Herz gelegt hat. Nun bin ich hier. Ich habe keinen Plan, was auf mich zu kommt und wie ich mich von Gott gebrauchen lassen kann. Was ich jedoch weiß: Er will mich hier haben. Nach so vielen Hindernissen und einen steinigen Weg bin ich schließlich wieder zu Hause. Zu Hause in Malawi.
Ich möchte mich ganz herzlich für jede Unterstützung bedanken, sei es finanziell, durch ermutigende Worte oder durch Gebete. Gottes reichen Segen euch! Ihr habt dazu beigetragen, dass ich jetzt hier sein darf.


1 Kommentar:

  1. Natalie Maus! Beim lesen bekommt man Gänsehaut und du darfst stolz auf dich sein! Respekt was du machst und lebe dein Leben! wir vermissen dich bestimmt alle und Gott beschützt dich :* LG Sebi

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